Die Katze ist (endlich) aus dem Sack: In den nächsten Jahren will die SBB zusammen mit der ÖBB neue Nachtzugverbindungen nach Rom, Amsterdam und Barcelona anbieten. Hinzu kommen deutlich grössere Kapazitäten nach Hamburg und Berlin und einige Wagen, die bis nach Prag fahren.

Der Fahrplan (pun intended) sieht so aus:

2022: Zürich-Basel-Köln-Amsterdam

Bereits ende des nächsten Jahres soll der erste Nachtzug aus der Schweiz nach Amsterdam rollen. Dafür mietet die SBB Rollmaterial von RDC, wie unlängst bekannt wurde. Trotzdem wird die Verbindung in Zusammenarbeit mit den ÖBB realisiert.

2023: Mehr Kapazität nach Berlin und Hamburg

Bereits heute sind die Nachtzüge nach Berlin und Hamburg häufig ausgebucht. Bis in zwei Jahren soll deshalb mit mehr Schlaf- und Liegewagen mehr Kapazität bereitgestellt werden. Die Züge werden dann auch nicht mehr in der hälfte getrennt sondern sollen als ganze Züge fahren. Beim Zug nach Berlin wird ein Teil dafür weiter nach Prag fahren.

2024: Rom und Barcelona

Der Nachtzug nach Rom ist seit längerem ein Thema und soll nun im Jahr 2024 erstmals fahren. Allerdings schreibt die ÖBB selbst, dass man hierfür auf die Kooperation mit Partnerbahnen in den jeweiligen Ländern angewiesen ist. Im Klartext: Diese Nachtzüge wird es nur geben wenn Trenitalia und Renfe mitspielen. Knackpunkt dürften die Preise für die Trassen sein. In Italien sind diese nämlich deutlich günstiger, wenn Trenitalia die Trasse bucht als wenn diese von anderen (ausländischen) Bahnunternehmen gebucht werden.

Nachtzug aus der Schweiz nach Rom
Bald soll man mit dem Nachtzug von Zürich nach Rom fahren können

Offene Fragen zum Ausbau

Trotz der Ankündigungen sind noch einige Fragen offen. Zum Beispiel, ob die neu bestellten Nightjets der ÖBB auf den 'SBB-Strecken' zum Einsatz kommen, oder ob diese weiterhin mit den alten Wagen gefahren werden.

Visualisierung der neuen Nightjets, die von den ÖBB bestellt wurden

Ausserdem wird interessant sein, ob die SBB (möglicherweise mit dem Tochterunternehmen Elvetino) die Hotellerie in den Wagen selbst betreibt oder dies ebenfalls an Newrest ausgelagert wird.