Aktuell werden die meisten Nachtzugverbindungen aus der Schweiz von der ÖBB unter der Marke Nightjet angeboten. Dies geschieht in Kooperation mit der SBB. Insbesondere auf den Strecken nach Hamburg und Berlin ist dies interessant, da diese Züge gar nicht durch Österreich fahren. Die SBB ihrerseits hat immer wieder bekräftigt, man wolle diese Kooperation mit den ÖBB ausbauen und weitere Strecken anbieten.

Nun scheint die SBB das Heft aber selbst in die Hand zu nehmen. Mobilityblog ist aufgefallen, dass auf simap, der Plattform für öffentliche Beschaffungen in der Schweiz, eine Vergabe für die Miete von Nachtzugwagen durch die SBB publiziert wurde. Der Publikation ist zu entnehmen, dass die SBB von RDC Deutschland Nachtzugwagen mietet.

Wo fahren die neuen Nachtzüge?

Welche Strecken als erstes bedient werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Medienstelle der SBB wollte dazu noch keine Auskunft geben. Gerüchten zufolge ist die Strecke Zürich-Basel-Köln-Amsterdam ein Thema. Ausserdem wird seit längerem ein Nachtzug nach Rom gemunkelt, dies dürfte aber noch etwas dauern.

Früher Flixtrain, bald SBB

RDC ist im Feld der Nachtzugverbindungen in Europa kein unbekannter Player. Die Firma betreibt unter anderem den Autozug von Lörrach nach Hamburg unter der Marke 'BahnTouristikExpress' und den 'AlpenSyltExpress', der dieses Jahr durch dem Sommer erstmals von Salzburg nach Sylt gefahren ist. In der Vergangenheit hat RDC auch für Flixtrain verschiedene Verbindungen angeboten.

Wer macht die Betten und bringt das Zmorge im Nachtzug?

Fährt man mit einem Nachtzug der ÖBB, wird man in der Regel nicht von Mitarbeitenden der ÖBB selbst bedient, sondern von Newrest Angestellten. Die ÖBB haben die 'Hotellerie' ihrer Züge an das französische Unternehmen ausgelagert. Ob die SBB ein ähnliches Modell verfolgt, oder eigene Mitarbeitende für den Betrieb einsetzen wird, ist ebenfalls noch nicht klar bzw. wird von der SBB noch nicht kommuniziert.

In einer alten Gewerkschaftszeitschrift lässt sich nachlesen, dass die SBB ganz früher ebenfalls den Betrieb der Hotellerie in den Nachtzügen an Newrest (früher 'Compagnie Internationale des Wagons-Lits') ausgelagert hatte, diese aber später dem eigenen Tochterunternehmen elvetino übertragen hatte.

Update:
Mittlerweile haben Watson und die CH-Media Zeitungen  die Geschichte ebenfalls gemeldet. Auch dort geht man von einer Verbindung nach Amsterdam aus.                                   ‌