Seit einigen Wochen ist in Basel die App YUMUV am Start, in Zürich ist Yumuv Anfang Herbst gestartet. Damit kann man verschiedene Verkehrsmittel nutzen und auch direkt in der App bezahlen. Ausserdem können verfügbare Autos von «Mobility Go» und e-Trottis von Tier und Voi gebucht werden. Damit geht eine der ersten funktionierenden «MaaS» (Mobility as a Service) Dienste in der Schweiz an den Start.

YUMUV - App für e-Scooter, Trams und Mobility
Screenshots der Yumuv App

Die Idee dahinter: Als Nutzer möchte ich von A nach B kommen. Wie dies passiert (also ob Trotti, e-Bike, Taxi oder Tram) ist zweitrangig. Der Dienst zeigt mir die Möglichkeiten an und ermöglicht, direkt zu buchen bzw. zu bezahlen.

Mobility as a Service App Yumuv

In Finnland ist mit Whim seit mehreren Jahren eine MaaS-App im Einsatz und soweit scheint das Ganze gut zu funktionieren. Allerdings ist das Angebot in Helsinki weitaus umfassender, dort sind auch Taxis mit dabei und es gibt Flatrate-Abos, die alle Verkehrsmittel unlimitiert einschliessen.

Warum diese App?

Die Mobilität in den Städten fragmentiert sich immer stärker. Während früher die lokalen ÖV-Unternehmen praktisch ein Monopol auf Mobilitätsdienstleistungen hatten, gibt es heute viele verschiedene Anbieter. Hier gehören e-Trottis, e-Bikes oder auch Autos zum Mieten (Mobility Go) dazu.

Der Schlüssel dabei, die Bezahlung läuft direkt über die App. Ich muss also nicht für jeden Anbieter eine eigene App herunterladen, mich registrieren und Zahlungsmittel hinterlegen. Dies muss nur einmal in der Yumuv App gemacht werden.

Ist Yumuv praktisch?

Die Kartenansicht und die Routenplanerfunktion sind sehr gut gelungen. Die App hat Fahrpläne in Echtzeit integriert und schüsselt auch die Kosten für die unterschiedlichen Anbieter sauber auf.

Etwas creepy ist der erste Start und die Registration in der App. Einerseits muss Führerausweis, ID und auch noch ein Video von einem hochgeladen werden. Zudem muss der Swisspass und der Mobility-Account separat vernetzt werden. Dies braucht zwar nicht länger als zehn Minuten und ist gut beschrieben, trotzdem ist es deutlich aufwändiger als sich für eine normale e-Trotti App anzumelden.

Wer steht dahinter?

Yumuv ist aus einem Gemeinschaftsprojekt von SBB und lokalen Verkehrsunternehmen (VBZ, BVB, Bernmobil) entstanden. Als Partner wurden dann die entsprechenden e-Trotti Anbieter dazugewonnen. Die Technologie kommt von Trafi, einem Startup aus Litauen, das für diverse Städte in Europa entsprechende Apps baut.

yumuv tarife basel zürich
Screenshot der Ymuv-Tarife in Basel

Geld verdienen möchte Yumuv mit Paket-Angeboten. Diese umfassen im Moment die Angebote der e-Trottis. Also zum Beispiel umfasst ein Monatsabo für 19 Franken im Monat 60 Minuten e-Trottis (unabhängig vom Anbieter). ÖV-Fahrten dürften in Zukunft ebenfalls integriert werden.

Bringts das?

Die unterschiedlichen Anbieter in einer App zu vereinen ist sicher ein guter Ansatz. Der Erfolg von Google Maps und Citymapper in Grossstädten hat dies gezeigt. Da die Anbieter des ÖV beteiligt sind, könnten auf der Tarifseite sehr interessante Bundle-Angebote gemacht werden. Mikromobilitätsanbieter und der öffentliche Verkehr sind eine gute Ergänzung und können voneinander profitieren. Wenn das Onboarding noch etwas vereinfacht und weitere Partner gewonnen werden (Taxis, Uber, Pick-e-Bike), dann sehe ich gute Chancen, dass sich Yumuv etabliert.