Google Maps kombiniert neuerdings unterschiedliche Verkehrsmittel zu einer Route. Bisher musste man sich zwischen Fahrrad, ÖV, Auto oder Taxi entscheiden.

Multimodalität bedeutet die Kombination verschiedener Verkehrsmittel

Ein Beispiel dazu:
Ich möchte an ein Konzert in Zürich. Dafür fahre mit meinem eigenen Velo an den Bahnhof in Basel, nehme dort den Zug und in Zürich laufe ich zu einem e-Scooter mit dem ich dann zum Volkshaus fahre.

Neu werden also nicht nur «klassische Verkehrsmittel» wie der Zug oder das eigene Velo mitgerechnet, sondern auch Taxis, die sich bewegen oder e-Scooter, die über ganze Gebiete verteilt sind.

Google Maps beginnt in diesen Tagen damit, diese Funktionalität für iPhone-Benutzer auszurollen.

Gif von Google

Mit der SBB-Reiseplaner-App war ein ähnliches Konzept angedacht. Die App hatte zum Beispiel Catch-Cars (heute Mobility Go) oder PubliBikes eingebaut. Allerdings wurde sie nicht aktiv weiterentwickelt und irgendwann aus den Stores entfernt.

Zweiter Anlauf der SBB

Mit grossen Worten hat die SBB nun angekündigt, eine neue App für die multimodale Reiseplanung entwickeln zu wollen. Zusammen mit dem Startup Axon Vibe sollen in der geplanten App möglichst viele Dienstleistungen eingebunden werden. Der Schlüssel dabei: Die Plattform soll auch die Bezahlschnittstelle für die Dienste bereitstellen. Man könnte den Circ-Scooter also direkt in der SBB-App bezahlen und müsste sich gar nicht bei Circ separat registrieren. Allerdings, die SBB-Variante soll erst ab Dezember in einen Test gehen, Google Maps startet per sofort mit multimodalen Routen.

Meine Einschätzung

Die Zukunft wird definitiv multimodal sein und die vielen neuen Mobilitätsdienste- und Anbieter werden sich auf Plattformen zusammenschliessen müssen. Dass Google mit seiner globalen Power nun vorprescht und eine Routenplanung über verschiedene Verkehrsmittel anbietet ist ein wichtiger Schritt.

Der nächste Schritt, auch die Bezahlung, Buchung bzw. Reservation der Verkehrsmittel in einer App zu zentralisieren, wird das ganze noch einmal auf ein nächstes Level heben. Die Frage: Gewinnt dieses Rennen das globale Google mit unendlichen Datenmengen und Usern oder eine Firma mit lokaler Verankerung und Beziehungen zu den Anbietern?