Die NZZ hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht über die Bedeutung und auch die Hoffnungen, die mit dem neuen «Léman Express» verbunden sind:

Léman Express: Genf erhält grösste grenzüberschreitende S-Bahn
Der Léman Express wird den öffentlichen Verkehr im Grossraum Genf revolutionieren. Doch das Jahrhundertprojekt freut vor allem auch die Autofahrer. Die SVP fürchtet, dass der Arbeitsmarkt von Grenzgängern überschwemmt wird.
Weil die Löhne in der Schweiz höher und die Lebenshaltungs- und Immobilienkosten in Frankreich tiefer sind, hat sich über die Jahre hinweg ein binationaler Pendlerstrom entwickelt, der diejenigen in allen anderen Grenzregionen der Schweiz in den Schatten stellt. Nirgends sonst bewegen sich so viele Leute zur Arbeit über die Grenze wie in Genf – und nirgends hat deren Anzahl in den letzten zwanzig Jahren so stark zugenommen.
- Antonio Fumagalli und Jonas Oesch in der NZZ

Der Artikel liefert einen eindrücklichen Überblick über die Situation, dass die Grenzüberschreitende S-Bahn eigentlich schon lange vorhanden sein müsste, weil enorm viele Menschen jeden Tag über die Grenze pendeln (ein «No-Brainer» würde man fast sagen). Auf der anderen Seite ist die Planung solcher Projekte enorm langwierig und von politischen Interessen gesteuert. Hinzu kommen kulturelle Unterschiede und Präferenzen. Ein Beispiel?

Die SBB haben für den Léman Express züge von Stadler («FLIRT») angeschafft, die SNCF haben ihr Rollmaterial bei Alstom («Régiolis») bestellt.

Hin oder her, die Entwicklung der Passagierzahlen werden auf jeden Fall interessant und wegweisend sein für ähnliche Projekte über die Grenzen.

Und wer sein Französisch etwas trainieren möchte, findet hier ein aufwändiges Erklärstück von Le Temps zum Léman Express:

Léman Express, le train qui peut en cacher beaucoup d’autres
Asphyxié par le trafic automobile, le Grand Genève va connaître une révolution avec la mise en circulation, le 15 décembre, du Léman Express

Quelle Titelbild: MHM55 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons